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Nur wenn es dem Team gut geht, kann ich ein guter Gastgeber sein

02.12.2019

Ein Gespräch mit Michael Gehring, Gastgeber und Generalmanager des Romantik Hotels Alpina Mountain Resort & Spa in Tschiertschen und drei Mitarbeiterinnen aus dem Führungsteam.

Michael Gehring, sind Sie ein guter Chef?

Ob ich es richtig mache, kann nur das Team beurteilen.

Heidi Engi, Sie sind am längsten mit dabei. Ist Herr Gehring ein guter Chef?

Ja. Hier darf ich glaube ich für uns alle, auch für die 20 Saisoniers, sprechen. Viele bewerben sich nach einer Saison gleich für die nächste. Das ist sicher auch der Führung von Herr und Frau Gehring zu verdanken.

Herr Gehring, beschreiben Sie Ihren Führungsstil in drei Worten.

Wertschätzung, Ehrlichkeit und Vertrauen. Mein Ziel ist es, dass alle Mitarbeiter Spass haben und mit Freude in den Betrieb kommen. Die Freude schwappt nämlich über. Von der Freude des Mitarbeiters am Arbeitsplatz zur Freude des Gastes an der Dienstleistung zu unserer Freude am Gesamtergebnis. Meine Frau und ich sind dazu da, den Rahmen für diese Freude zu schaffen.

Freude ist also ganz wichtig. Was macht Ihnen Freude?

Heidi Engi: Den Gast in Tschiertschen zufrieden zu sehen. Ich bin hier im Dorf aufgewachsen und mir liegt viel daran, den Leuten die Schönheit des Ortes und des Hotels zu zeigen.

Michael Gehring: Ich sage immer, sie ist die älteste Mitarbeiterin, sie war schon vor mir da (lacht).

Mandy Köhler: Auch mir macht es Freude, Gastgeberin zu sein und beim Gast für das Wow-Gefühl zu sorgen. Ich bin vor 4 Jahren dazugekommen und seither Feuer und Flamme für meinen Job.

Jana Bärtsch: Für mich ist es der familiäre Umgang hier. Ich bin in meinem zweiten Praktikum im Alpina und kenne mittlerweile auch viele Stammgäste und Dorfbewohner persönlich. Ausserdem bekomme ich als Praktikantin schon viel Verantwortung. Man lernt extrem viel und das macht Spass.

Kann Herr Gehring Verantwortung abgeben?

Jana Bärtsch: Ja, auf jeden Fall. Er schenkt uns das Vertrauen.

Michael Gehring: Ich sehe, dass dieser Weg mehr Erfolg bringt. Nach dem Onboarding setzen wir unsere Praktikaten schon in die volle Verantwortung. Natürlich ist immer ein Rettungsring bereit, aber ich behaupte, dass Betriebe, die jungen Menschen viel Verantwortung und Lerngelegenheiten geben, schlussendlich erfolgreicher sind. Stichworte Nachfolgeregelung und Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Manchmal muss man als Chef aber auch Druck aufsetzen, um beispielsweise die Qualität zu steigern, oder?

Michael Gehring: Von oben herab befehlen, halte ich aber für den falschen Weg. Ich arbeite lieber gemeinsam an Lösungen. Das Team weiss oft auch viel besser, wie man etwas optimieren kann. Manchmal kommt es aber schon vor, dass ich etwas durchsetze. Dann zum Beispiel, wenn ich vom Markt her ein Bedürfnis spüre.

Wir haben mal gelesen «Qualität kommt von Qual». Stimmen Sie dem zu?

Michael Gehring: Das ist totaler Quatsch. Qualität ist etwas, das ich für mich genauso in Anspruch nehme, wie für mein Gegenüber. Stellen Sie sich vor, ich stehe gestresst und zerzaust vor den Gast. Da kann ich keine Qualität bieten. Nur wenn es mir und dem Team gut geht, kann ich ein guter Gastgeber sein.

Und wenn ein Fehler passiert?

Michael Gehring: Die Mitarbeiter haben die Kompetenz, das selbst zu lösen. Wenn ein Gast unzufrieden ist, dann dürfen sie die Situation selbst einschätzen und Massnahmen ergreifen – ihm zum Beispiel das Essen oder das Zimmer erlassen. Hier habe ich vollstes Vertrauen in sie.

Werden Fehler danach intern noch besprochen?

Mandy Köhler: Ja, wir sprechen miteinander. Aber nicht in der heissen Phase, sondern erst am nächsten Tag oder in der Kadersitzung. Da schauen wir, wo es ein Problem gab und was wir das nächste Mal besser machen können.

Jana Bärtsch: Wir nutzen ausserdem WhatsApp und «hotelkit», ein Kommunikationstool, in dem Übergaben, Dienstpläne und alle wichtigen Informationen zur Verfügung stehen. So schliessen wir schon im Vornherein viele Fehler aus.

Wann ist es besonders hektisch in Ihrem Betrieb?

Michael Gehring: Hektisch ist es nur, wenn es irgendwo aneckt. Wenn viele Gäste gleichzeitig an- oder abreisen oder bei Veranstaltungen.

Heidi Engi: Der Gast möchte immer alles sofort, sei es im Restaurant oder an der Rezeption. Da kann es schon mal hektisch werden.

Merken Sie, wenn Herr Gehring gestresst ist?

Mandy Köhler: Ja, dann redet er noch mehr (lacht).

Michael Gehring: Stimmt. Ich bin dann vielleicht noch etwas umtriebiger. Dann verursache ich vielleicht auch manchmal etwas Stress. Ich versuche aber, das möglichst wenig zu tun.

Was ist Ihre persönliche Energietankstelle? Wie erholen Sie sich?

Mandy Köhler: Daheim in meinem Garten, wenn die Sonne scheint. Oder einfach zuhause sein und mit meinem Kind etwas unternehmen.

Heidi Engi: Meine Familie. Ich bin 40 Prozent hier angestellt und da komme ich gut dazu, mich zu erholen.

Michael Gehring: Tschiertschen selbst ist schon mal entspannend. Ich wohne direkt in der Nachbarschaft und ich erhole mich gut hier. Wenn ich länger frei habe, fahre ich gerne in die Heimat, die Steiermark. Und ich gewinne auch viel Energie durch die Arbeit selbst. Es reizt mich, hier ins Hotel zu kommen und jeden Tag neue Gesichter und neue Herausforderungen kennenzulernen.

Michael Gehring, was hat sich seit dem Beitritt bei Genussbeiz.ch bei Ihnen getan?

Wir waren Gastgeber für den Biersommelier-Anlass, das war eine tolle Sache. Und im Januar 2019 haben wir einen Workshop zum Thema Kommunikation gemacht. Da habe ich zum Beispiel gelernt: Herr und Frau Gehring sind nicht immer gleicher Meinung. Es kommt vor, dass ich Blau sage und meine Frau Rot. Das kann beim Team für Verwirrung sorgen. Solche Inputs sind sehr hilfreich. Wir denken darüber nach, nochmals so einen Workshop zu machen. Mit allen neuen Mitarbeitern, die inzwischen dazugekommen sind.

Website: http://www.the-alpina.com/de

Das Alpina-Führungsteam